Wir fordern: Die Zukunft der Landwirtschaft!

Wir brauchen jetzt eine soziale und umweltfreundliche Landwirtschaft!
Die nächste Regierung muss dringend handeln und direkt nach der Bundestagswahl eine ökologische, sozial gerechte und zukunftsfähige Agrarpolitik einleiten.

Soziale und umwelt­freundliche Agrarpolitik muss in den Koalitionsver­trag

Umweltverbände und Bauernverbände fordern in der Zukunftskommission Landwirtschaft gemeinsam einen tiefgreifenden Umbau der Landwirtschaft. Für die Umwelt und für die Zukunft unserer Höfe. Das ist ein starker gesellschaftlicher Konsens. Den muss die neue Bundesregierung umsetzen.

Rot, grün, schwarz oder gelb? Egal welche Parteien die nächste Regierung bilden, diese Punkte müssen in den Koalitionsvertrag:

Den Umbau der Nutztierhaltung endlich einleiten

Die katastrophale Agrarpolitik zeigt sich besonders in der Haltung unserer Nutztiere: Es entstanden Mega-Ställe mit immer mehr Tieren auf engstem Raum. Andernorts gibt es Regionen mit viel zu vielen Tieren auf zu wenig Fläche. Dadurch werden Böden und Gewässer belastet und immense Futtermengen verbraucht. Beispielsweise Soja aus Übersee. 
Der Umbau der Nutztierhaltung muss jetzt beginnen: Die Tiere brauchen deutlich mehr Platz. Mega-Ställe müssen verboten werden: Wir fordern eine Begrenzung der Tiere pro Hektar und Obergrenzen pro Standort. Zum Schutz des Klimas muss der Konsum tierischer Lebensmittel sinken. Es braucht weniger Nutztiere, die dafür artgerecht gehalten werden. Deutlich mehr finanzielle Unterstützung für Betriebe mit tiergerechter Haltung. Und damit wir Verbraucher*innen bewusst einkaufen können, muss die Tierhaltung auf unseren Lebensmitteln verbindlich gekennzeichnet sein. 

Weniger Pestizide aufs Feld, Artensterben stoppen

Immer mehr Arten sterben aus, weil viele Tiere und Pflanzen von Pestiziden vergiftet werden und die Nahrungskette unterbrochen wird. Der BUND erwartet von der neuen Koalition, dass sie mit der Verringerung von Pestiziden sofort beginnt. Besonders schädliche Pestizide müssen komplett verboten werden. Bis 2030 braucht es eine Mengen-Halbierung bei allen Pestiziden. Und die neue Bundesregierung soll die Landwirtinnen und Landwirte beim Aus­stieg unterstützen.

Faire Preise und bezahlbare, gesunde Ernährung für alle

Jede und jeder muss sich gesunde Lebensmittel leisten können. Deshalb fordern wir eine An­hebung des Mindestlohns und des Hartz-IV-Regelsatzes für Ernährung. Wir wollen eine kosten­lose und ökologische Kita- und Schulverpflegung mit mehr Gemüse und weniger Fleisch, die die Familien entlastet. Und natürlich braucht es faire Preise für Erzeuger*innen, damit sie gut von ihrer Arbeit leben können.

Ihre Stimme für eine soziale und um­welt­freundliche Agrar­politik

Fordern Sie jetzt die Spitzenkandidat*innen der demokratischen Parteien auf, die Empfehlungen der Zukunftskommission Landwirtschaft umzusetzen! Egal welche Partei die Wahl gewinnt: Die nächste Bundesregierung darf nicht länger warten, sondern muss gleich zu Beginn ihrer Amtszeit die sozial-ökologische Transformation der Landwirtschaft einleiten. Mit Ihrer Stimme machen Sie den Politiker*innen klar: Ohne einen neuen Kurs in der Agrarpolitik hat die Landwirtschaft keine Zukunft!

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Hintergrundinformationen

  • ZKL - Zukunftskommission Landwirtschaft

    Nach monatelangen Bauernprotesten setzte Bundeskanzlerin Angela Merkel im Sommer 2020 das Gremium u.a. aus Umweltverbänden und Bauernvertreter*innen ein. Neben dem BUND wurde auch die BUNDjugend berufen. Ihr Auftrag lautete, einen Bericht über die Zukunft der Landwirtschaft zu erarbeiten. 30 Expert*innen von Organisationen aus Landwirtschaft, Umwelt- und Tierschutz, Wissenschaft und Wirtschaft berieten über die künftige Ausrichtung der Landwirtschaft. Im Sommer 2021 legten sie einen detaillierten Auftrag an die nächste Bundesregierung zur Umgestaltung der Landwirtschaft vor. Er ist ein erster wichtiger Schritt für eine sozialere und ökologische Agrarpolitik. Mehr zur ZKL

  • Weniger Chemie auf dem Acker

    Als Pestizide werden viele unterschied­liche chemisch-synthetische Stoffe und Stoff­kombi­nationen bezeichnet, die giftig auf im jeweiligen Anwendungsbereich unerwünschte Organismen wirken – beispielsweise Schadinsekten, Pilze oder "Unkräuter". Allerdings wirken sie meist auch auf andere Lebewesen und so werden bei ihrem massiven Einsatz nicht nur sogenannte Schädlinge getötet, sondern auch viele andere Insekten. Pestizide werden in der Landwirtschaft vor allem dort eingesetzt, wo Ernteerträge gesichert und Ausfälle vermieden werden sollen. Alternativen sind längst vorhanden, beispielsweise beim Ökolandbau. Die neue Regierung muss einen langfristigen Ausstieg aus dem Pestizideinsatz vorlegen und besonders schädliche Pestizide sofort verbieten. Mit einem Pestizidreduktionsplan muss der Einsatz von Pestiziden bis 2030 halbiert werden.

  • Umbau der Tierhaltung

    Allein in Deutschland werden 173,1 Millionen Geflügel, 26,3 Millionen Schweine und 11,3 Millionen Rinder gehalten, viele von ihnen in Mega-Ställen und nur ganz wenige artgerecht. Die meisten dieser Tiere werden auf Hochleistung gezüchtet. Das ist schlecht für die Tiere, die Menschen, das Klima und die Umwelt. Der BUND setzt sich seit Jahren für den Umbau der Tierhaltung ein: weg von der industriellen Tierhaltung, hin zu artgerechter Haltung, mit Auslauf und Weidehaltung. In einer nachhaltigen Landwirtschaft muss die zukünftige Tierhaltung an die Fläche gebunden sein, Grünfutter muss Grundlage der Fütterung sein. Extensive Weidetierhaltung von Rindern gehört genauso dazu, wie der aus natur­schutz­fach­licher Sicht wichtige Ausbau der Schaf- und Ziegenhaltung. Um Mega-Stallanlagen zu verhindern, müssen Obergrenzen pro Standort festgelegt werden. Weniger tierische Lebensmittel auf dem Teller gehen mit einer gesünderen Ernährung einher. Und dank einer klaren staatlichen Kennzeichnung auf unseren Lebensmitteln, sollen Konsument*innen die Art der Tierhaltung zukünftig mitbestimmen können. Um die Landwirt*innen beim Umbau der Nutztierhaltung unterstützen zu können, braucht es ein verlässliches Finanzierungskonzept.

  • Faire Preise und bezahlbare Ernährung

    Landwirt*innen müssen umweltfreundlich arbeiten, damit vielfältige Lebensräume und Arten erhalten bleiben. Landwirt*innen und Umwelt geraten gleichermaßen in Not durch schlechte Marktpreise, die Marktmacht von wenigen Konzernen und die fehlende Umsetzung von bereits bestehendem Ordnungsrecht. Bäuerinnen und Bauern sind der Marktmacht des Einzelhandels ausgeliefert, werden von der Politik allein gelassen und laufen Gefahr, ihre wirtschaftliche Basis zu verlieren. Viele von ihnen geben ihren Betrieb auf. Zugleich haben schon heute Millionen Menschen in Deutschland nicht die Möglichkeit, sich gesund und umweltfreundlich zu ernähren, beispielsweise, weil die Regelsätze in den Sozialleistungen zu niedrig bemessen sind. Im Rahmen einer zukunftsfähigen Agrar- und Ernährungspolitik muss sichergestellt werden, dass alle Menschen in der Lage sind, höhere Preise für gute Lebens­mittel zu zahlen. Mehr zur Zukunftsagenda

Vor Kurzem haben mitgemacht:

  • Ulrich Wilhelm K 24.10.2021 17:48
  • wolfgang P 24.10.2021 17:47
  • Achim C 24.10.2021 17:44
  • Peter S 24.10.2021 17:42
  • Wolfgang O 24.10.2021 17:39
  • Hermann K 24.10.2021 17:38