Raus aus der Massentierhaltung

Riesige Megaställe, Mastanlagen mit hunderttausenden Tieren und Hauptsache billig: Das ist in Deutschland leider Standard geworden. Die immer größeren Tierfabriken scheffeln ein Vermögen in die Taschen der Agrar-Industrie. 100.000 Hühner oder 10.000 Schweine im Stall – das ist effektiv und hält die Kosten gering.

Kleinere bäuerliche Betriebe können da nicht mithalten. Sie müssen aufgeben, während die Tierfabriken immer weiter wachsen. Die industrielle Massentierhaltung verdrängt die bäuerliche Landwirtschaft und das spüren nicht nur die Landwirt*innen.

Tiere werden gemästet bis sie sich kaum noch auf den Beinen halten können. Sie werden in Ställen zusammengepfercht, wodurch Krankheiten sich rasend schnell ausbreiten können. Um das zu verhindern, bekommen teilweise auch die gesunden Tiere Antibiotika. Dabei werden sogar für den Menschen wichtige Reserveantibiotika eingesetzt. Das sind Antibiotika, die wir bekommen, wenn nichts anderes mehr wirkt. Die Folge: Die Krankheitserreger werden gegen diese Notfallmedikamente resistent und wir verlieren unsere letzte medizinische Waffe. Die Politik muss also dringend handeln. Wir brauchen einen grundlegenden Umbau der Tierhaltung in Deutschland.

Senden Sie eine Protest-Mail an die Parteivorsitzenden und fordern Sie sie auf, sich für eine bessere Agrarpolitik einzusetzen!

Sehr geehrte Parteivorsitzende,

wir Wähler*innen wollen die derzeitige Form der Nutztierhaltung in Deutschland nicht länger akzeptieren. Wir wünschen uns eine artgerechtere Tierhaltung und mehr Transparenz für uns Verbraucher*innen.Wir sind gegen zu enge Ställe und den übertriebenen Einsatz von Antibiotika in der derzeit betriebenen Massentierhaltung. Auch, dass jedes Jahr rund 50 Millionen Eintagsküken getötet werden, können wir länger nicht ignorieren.

Wir sind sauer, dass sich an diesen furchtbaren Zuständen bisher nichts geändert hat. Zu viel Nitrat im Grundwasser, der Ausstoß von zu viel Klimagasen, zu viel Export von Billig-Fleisch: So vieles spricht gegen das aktuelle System.

Daher fordere ich Sie auf, sich jetzt für einen Umbau der Nutztierhaltung einzusetzen. Ein entsprechendes Programm muss in den neuen Koalitionsvertrag – mit einem genauen Zeitplan, einer gesicherten Finanzierung und konkreten Vorgaben, welche Gesetze geändert werden müssen.

Folgende Maßnahmen müssen ergriffen werden, um den dringend notwendigen Umbau der Tierhaltung ab 2018 zu beginnen:

1. eine tierwohlorientierte, umweltfreundliche und ökonomisch sinnvolle Nationale Nutztierstrategie im Koalitionsvertrag verankern und nach öffentlicher Diskussion bis Mitte der Legislaturperiode verabschieden

2. einen verbindlichen Zeit- und Finanzplan sowie Gesetzesänderungen im Koalitionsvertrag für den Umbau der Tierhaltung festlegen

3. als Sofortmaßnahmen eine verbindliche staatliche Haltungskennzeichnung einführen und den Einsatz von Reserve-Antibiotika im Stall sowie das Töten männlicher Eintagsküken verbieten.

Wir möchten weg von der industriellen Tierhaltung und hin zu mehr Bio-Tierhaltung, artgerechten Ställen und Tieren auf der Weide. Als Parteivorsitzende/r werden Sie am Koalitionsvertrag mitwirken. Bitte setzen Sie sich im Rahmen der Koalitionsverhandlungen für den dringend notwendigen Umbau der Nutztierhaltung ein.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Name

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