Raus aus der Massentierhaltung, CSU!

Über dem Regierungsviertel weht eine frostige Brise… mit ordentlich Gegenwind. Die Jamaika-Gespräche zwischen CDU/CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen werden ein zähes Ringen um Posten und Themen. Genau jetzt müssen wir den Spitzenpolitikern zeigen: Wir bleiben am Ball! Der Ausstieg aus der Massentierhaltung gehört auf den Verhandlungstisch und in den Koalitionsvertrag. Ohne faule Kompromisse. Riesige Mastanlagen mit Millionen Tieren, Kükenschreddern und der massive Einsatz von Antibiotika im Stall – das alles muss endlich ein Ende haben.

Wir fordern: Der Umbau der Tierhaltung muss in den Koalitionsvertrag - mit einem genauen Zeitplan, einer gesicherten Finanzierung und konkreten Vorgaben, welche Gesetze geändert werden müssen.

Doch wie erklären wir das der CDU oder der CSU? Wie überzeugt man die FDP davon, dass Profit nicht alles ist? Wie stärken wir die Grünen, an ihren Forderungen für eine bessere Tierhaltung festzuhalten? Wir haben uns die Wahlprogramme geschnappt und packen jede Partei ganz persönlich – mit ihren eigenen Argumenten. Damit jede Partei uns auch wirklich versteht.

Sagen Sie der CSU jetzt, dass der Umbau der Tierhaltung in den Koalitionsvertrag muss!

Sehr geehrter Herr Seehofer,

als stärkste Partei und Gewinnerin aller 46 Direktmandate, haben die Bayer*innen der CSU das Mandat erteilt, weiterhin Verantwortung in Deutschland zu übernehmen. Nicht nur für die Menschen, für alle Elemente der Schöpfung.

Ich habe mich gefreut, dass die CSU in ihrem Bayernplan ein ganzes Kapitel der Verantwortung für die Schöpfung und dem Tierschutz einen ganzen Absatz gewidmet hat. Trotz aller Bedeutung, die damit zum Ausdruck kommt, finden sich darin wenig konkrete Maßnahmen und das Bekenntnis zu einer neuen Nutztierhaltungsstrategie steht nur im gemeinsamen Wahlprogramm mit der Schwesterpartei CDU.

Mir ist bewusst, dass nur einige Regionen in Bayern durch Massentierhaltung geprägt sind. Gerade darum erhoffe ich mir die CSU als Mitstreiterin bei der Verbesserung des Tierwohls in ganz Deutschland. Darin möchte ich Sie gerne bestärken. Sorgen Sie dafür, dass die angestrebte neue Nutztierhaltungsstrategie bereits im Rahmen der anstehenden Koalitionsverhandlungen festgezurrt wird.

Begleitend zur Ausarbeitung einer solchen neuen Nutztierhaltungsstrategie bieten sich folgende Punkte zur unmittelbaren Umsetzung an:

Laut Bayernplan will die CSU „das Bewusstsein und die Wertschätzung für unsere gesunden und qualitativ hochwertigen Lebensmittel stärken“. Sorgen Sie daher für eine verbindliche staatliche Kennzeichnung der Haltungsform, damit diese Qualität für Verbraucher*innen erkennbar ist. Dies wird den überwiegend kleineren und mittelgroßen bayerischen Produzenten nutzen, die schon heute artgerecht halten und damit qualitativ im Vorteil sind. Ich bin mir sicher, dass die CSU dabei eine unbürokratische Lösung finden wird, die den Verbraucher*innen durch mehr Transparenz mehr Tierschutz ermöglicht, ohne dabei kleinere Betriebe zu benachteiligen.

Nach dem Katechismus der katholischen Kirche „widerspricht es der Würde des Menschen, Tiere nutzlos zu töten“. Als Partei, die sich im mehrheitlich katholischen Bayern zu ihren christlichen Werten bekennt, beenden Sie daher das sinnlose Töten von jährlich 50 Millionen Eintagsküken, die in einer auf einen einzelnen Einsatzzweck optimierten Verwertungslogik keinen Platz haben.

Im Wahlprogramm fordern CSU und CDU zum Schutz vor multiresistenten Keimen unter anderem einen sachgerechten und sparsamen Antibiotika-Einsatz. Verbieten Sie dazu bitte außerdem den Einsatz von Reserve-Antibiotika bei Tieren. Als ehemaliger Bundesgesundheitsminister und Bundeslandwirtschaftsminister kennen Sie die Zusammenhänge: Nur so wird es gelingen, unsere medizinische Notreserve, die Antibiotika, nicht zu verlieren.

Ich bin mir sicher, dass Sie gemeinsam mit ihren künftigen Koalitionspartnern schnell darin übereinstimmen werden, dass der derzeitige Zustand in der Nutztierhaltung in Deutschland vielerorts mit den Tierwohl-Zielen der CSU nicht vereinbar ist. Ein entsprechendes Programm gehört daher in den Koalitionsvertrag – mit einem genauen Zeitplan, einer gesicherten Finanzierung und konkreten Vorgaben, welche Gesetze geändert werden müssen.

Ich setze auf Sie!

Mit freundlichen Grüßen

Sagen Sie es JETZT der CSU