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18 Monate Verlängerung statt 15 Jahre Wiederzulassung – Glyphosat ausgebremst!

Damit hatte niemand gerechnet: Glyphosat hat keine EU-Wiederzulassung für 15 Jahre ohne Auflagen erhalten. Eine qualifizierte Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten kam nicht zustande. Das ist ein großer Erfolg, nicht zuletzt Ihr und unser Erfolg!

Viermal hatte die Kommission versucht, eine Verlängerung der bestehenden Zulassung von den Mitgliedstaaten beschließen zu lassen. Vergeblich. Deshalb hat EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Vytenis Andriukaitis, im Namen der Kommission diese Verlängerung beschlossen.

Diese gilt ab 1. Juli 2016 für maximal 18 Monate. Innerhalb dieser Zeit soll die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) die Krebsgefahr von Glyphosat neu bewerten. Auch wenn dies bedeutet, dass Glyphosat noch bis zu anderthalb Jahren weiter verwendet werden darf:

Anderthalb statt 15 Jahre sind ein Riesenerfolg. Noch im März rechneten alle damit, dass das Pflanzengift ohne Debatte durch die Gremien gewinkt wird. Nun hat sich das Blatt gewendet: Jeder kennt Glyphosat und wer es einsetzt, muss sich rechtfertigen!

Wie geht es jetzt weiter?

Die Europäische Chemikalienagentur muss nun die vorliegenden Studien zu Glyphosat auf ihre Aussagen zu Krebsgefahr überprüfen. Dabei sollen nicht nur unveröffentlichte Industriestudien, sondern auch öffentlich zugängliche Untersuchungen unabhängiger Wissenschaftler angemessen berücksichtigt werden, ein großer Fortschritt.

Wie auch immer die Bewertung der ECHA ausfällt: Glyphosat ist hauptverantwortlich für das Artensterben in der Agrarlandschaft. Glyphosat steht im Verdacht, hormonell wirksam zu sein. Glyphosat ist in der Landwirtschaft durch mechanische Verfahren ersetzbar. Und: Die Mehrheit der Deutschen will es nicht.

Der BUND bleibt bei seiner Haltung, dass ein kompletter Ausstieg aus Glyphosat dringend überfällig ist. Dafür setzen wir uns weiter ein und werden das ECHA-Verfahren kritisch begleiten.

Für die deutsche Landwirtschaft muss es jetzt heißen: Umgehend den Ausstieg aus Glyphosat einleiten, statt weiter auf einen Giftstoff von vorgestern zu setzen.

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